Die Gründungssage von Kloster Metten verlegt die Gründung in die Lebenszeit Karls des Großen: Er habe sich bei der Jagd in den finsteren, fast undurchdringlichen Wäldern des Vorwaldes verirrt. Da hat ihm ein Lichtstrahl vom Himmel den Weg gewiesen. "An dem Platz, wo der Lichtstrahl den Waldboden erreicht hat, soll ein Kloster errichtet werden!", so die Sage.

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Die Geschichtsschreibung datiert die Gründung in das achte Jahrhundert, also tatsächlich in die Lebenszeit Karls des Großen, etwa von 742 - 814 n. Chr. Weit über tausend Jahre werden also, so Abt Wolfgang M. Hagl - OSB, nördlich des Donau-Ufers, am Randes des Donaubruches, in dieser weltberühmten Benediktinerabtei Glocken geläutet und das Lob Gottes gefeiert.

Der erste Abt Utto und seine Mönche dürften vermutlich die ersten gewesen sein, die hier schreiben, lesen und rechnen konnten. Aber sie wollten nicht die einzigen sein und gründeten schon bald eine Schule. Dieser Tradition, verbunden mit der Weitergabe der christlichen Werte, fühlen wir uns bis heute verpflichtet. Auf dieser Seite wollen wir Sie einladen, mehr zu erfahren, über unser Leben im Kloster im Sinne des heiligen Benedikt, der seinen Mitbrüder aufgetragen hat: „Ora et labora“ - „Bete und arbeite“.

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Foto: pk
Deshalb sei auch der erste spezielle Link auf die Gottesdienstordnung des Klosters gesetzt, denn wir sollten einen Besuch dieser Klosteranlage in der prächtigen Kirche beginnen: Link

Aber nicht nur zu den kirchlichen Hochfesten erwartet den Besucher ein besonders nachhaltiges spirituelles Erlebnis, auch die tägliche Vesper der Mönche um 17.45 Uhr schafft Raum für Contemplation.

Natürlich, auch Konzerte können solche Momente der Besinnung schaffen, etwa bei Orgelkonzerten. Der Konzertlink des Klosters gibt einen Überblick über das Jahres-Konzertangebot.

Die barocke Gestalt erhielt die Kirche zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Im Auftrag von Abt Roman II. Märkl schuf Franz Josef Ignaz Holzinger die Stukkaturen. Der Hochaltar ist ein Werk des Straubingers Jakob Schöpf, das Altarbild malte jedoch Cosmas Damian Asam. Von ihm hat sich sogar für diesen Auftrag eine gesiegelte Quittung von 1715 über 500 Gulden erhalten.

Zu sehen ist auf dem Altargemälde der Kirchenpatron St. Michael bei der Vertreibung der gefallenen Engel aus dem Himmel. Die beiden seitlichen Skulpturen verkörpern zur linken Kaiser Karl den Großen mit dem Modell der Mettener Klosterkirche und zur rechten den heiligen Benedikt von Nursia. Gefertigt hat sie Franz Mozart, ein Großonkel von Wolfgang Amadeus. Das Deckenfresko im Altarraum stammt ebenfalls von Asam und zeigt die göttliche Trinität, wie sie den Beschluss zur Rettung der Menschheit fasst, in dem sich Jesus dem Vater als Opfer anbietet.

 

Bibliothek

 Weit über die bayerischen Grenzen hinaus ist die barocke Bibliothek des Klosters Metten bekannt. Sie wurde unter Abt Roman II. Märkl (1706 bis 1729) gleichzeitig mit der Klosterkirche in den Jahren 1722 bis 1726 ausgebaut. Damit beauftragt waren der Stuckplastiker Franz Josef Ignaz Holzinger und der Freskant Innozenz Waräthi. Der Straubinger Schreiner Jakob Schöpf schuf die Bücherschränke.

Für die Benediktiner ist diese Bibliothek Zeugnis einer Bildungstradition, der sie sich auch in Zukunft verpflichtet sehen. An die 35.000 Bücher sind heute darin zu finden. Sie gehörten nicht zum Originalbestand, da dieser durch die Auflösung der Abtei Eigentum des Staats oder verkauft wurde. Größter Schatz ist das Mettener Antiphonar von 1437 mit den Texten und Melodien aller Gesänge des Stundengebets.

 Besichtigung ist nur mit Führung möglich, welche täglich 10.00 Uhr und 15.00 Uhr außer Montag stattfinden.  


Erwähnenswert ist auch der barocke Festsaal des Klosters, welcher für festlichen Anlässe, etwa die Überreichung der Abiturzeugnisse an die Abiturienten des Gymnasiums des Klosters mit angeschlossenem Internat - ab Schuljahr 2018 geschlossen, aber auch Konzerte. Georg "Schorsch" Ried hat in seiner Reihe  "Mit Blasmusik durch Bayern" auch das Kloster Metten und den Festsaal besucht. Den gesamten Beitrag gibt es auf der BR-Mediathek bis 30.8.2019: Link - Der Festsaal ist etwa ab 14:00 zu bewundern. Das youtube-Filmchen gibt einen kleinen Eindruck vom barocken Charakter des Festsaals: Bildquelle: BR "Mit Blasmusik durch Bayern", 2017 / Ton: Weihnachtsmusik aus dem Straubinger Land - J. B. Schiedermayr Aufzug für 4 Trp & Pk (1987)

Ein weiteres Kleinod sei noch erwähnt, wenn auch ganz selten zugänglich: Schloss Himmelberg

(Texte und Bilder: Webseite Kloster Metten)

Nach Kirchgang und Besichtigung sollte natürlich auch das leibliche Wohl bedacht werden. Die Webseite des Marktes Metten nennt einige Lokalitäten - Link, der Autor dieses RePaLi-Beitrages hat sehr gute Erfahrungen mit dem Gasthof Höttl in Deggendorf gemacht.

Übrigens, Joseph Schlicht, Schlossbenefiziat von Steinach und Namenspatron des RePaLi  herausgebenden Schlicht-Vereins, ist auch ein Mettener gewesen.